Suppé auf CD

 

Franz Schubert

Von Publikum und Fachpresse (fast) unbemerkt ist im November 2014 eine CD der Suppé Operette Franz Schubert erschienen. Es handelt sich nach Angaben des Covers um einen Live Mittschnitt des Bard Music Festivals. Der Gesang ist in deutscher, die Dialoge sind in englischer Sprache. Es spielt das American Symphonie Orchester unter Leon Botstein.

Leider sind zur Zeit keine weiteren Angaben verfügbar. Der Mitschnitt ist (in Deutschland) im einschlägigen Versandhandel nur als MP3 Download erhältlich. Eine Anfrage an das American Symphonie Orchestra blieb bisher unbeantwortet. Label: ASO (American Sypmhonie Orchestra).

Siehe auch Werksbeschreibung: Franz Schubert

 


Pique Dame

Eine der letzten Neuerscheinungen eines Suppés-Werkes stammt aus dem Jahre 2009. Die CD basiert auf einer konzertanten Aufführung des WDR, wurde aber nochmals im Studio nachproduziert. Der Original-Mittschnitt der Aufführung wirkt zwar insgesamt etwas lebendiger, da aber eine solche Aufnahme beim WDR Mitschnittservice mindestens 50,00 € (bei 1 CD, jede zusätzliche CD + 10,00 €) kostet, lohnt sich diese Anschaffung nicht als Alternative zu der doch wesentlich preiswerteren CD.

Die Interpreten sind: Moica Erdmann, Anjara Ingrid Bartz, Thomas Dewald, Rena Pieper, Anneli Pfeffer, Swetlana Abramova, Juliane Schenk, Haliana Laniecka, Marie Sophie Caspar, Tom Erik Lie, Hein Heidbüchel, Gerhard Peters. Es spielt das Runfunkorchester Köln, es singt der WDR Rundfunkchor Köln (Einstudierung Jörg Ritter, die musikalische Leitung hat Michail Jurowski. Label: cpo.

Siehe auch: Pique Dame - jüngste Neuerscheinung eines Suppé-Werkes auf CD


Fatinitza

Bei dieser CD handelt es sich um eine im Studio nachproduzierte Inszenierung des Lehár Festivals in Bad Ischl aus dem Jahre 2006.

Die ausführenden Künster im einzelnen: Stephanie Houtzeel, Steven Scheschareg, Bernhard Adler, Zora Antonic, Christian Bauer u.a. - Chor des Lehár Festivals Bad Ischl, Franz Lehár-Orchester, Vinzenz Praxmarer. Label: cpo.

Eine ausführliche Würdigung dieser CD findt sich im Artikel "Fatinitza - von der Bühne zur CD".

 


Boccaccio

Auf beiden der hier abgebildeten CDs befindet sich die gleiche "historische" Aufnahme aus dem Jahre 1949, entsprechend ist die Tonqualität, die bei solch älteren Aufnahmen häufig einen stumpfen und kratzbürstigen Orchesterklang mit sich bringt. Nicht nur dadurch, sondern auch durch oft arg forcierte, insgesamt aber sehr unausgeglichene Tempi geht so manche Feinheit der Partitur verloren. Die sängerischen Leistungen sind recht unterschiedlich. Herausragend Meta Maria Kropp in der Nebenrolle der Beatrice. Franz Fehringer als Boccaccio transponiert etwas zu oft "über die Noten", was nicht immer mit dem Gesang der Partner(innen) harmoniert. Willy Hofmann ist der einzige der Sänger, der auch seinen Dialog selbst spricht. Wie bei Aufnahmen jener Zeit üblich, hat man dies den anderen Sänger(innen) nicht zugetraut. Diese Produktion ist auch einer jener Funkbearbeitungen, die nicht ohne zusätzlichen Sprecher auszukommen glaubt. Durch die positiv zu vermerkende gute Textverständlichkeit bei den meisten Sängerinnen und Sängern und die ausführlichen Dialoge wird der Witz der Handlung ohnehin deutlich genug, sodass man auf diesen Sprecher öfter hätte verzichten können. Zusätzlich ärgerlich wirkt, dass durch eben jenen Sprecher hin und wieder einige Musiktitel nicht voll ausgespielt oder von diesem unterbrochen werden. Dass der Funkbearbeiter Just Scheu, der sich ansonsten nahe am Original hält, den Schluss leicht verändert hat, fällt nicht so sehr ins Gewicht, zumal seit langem schon der Originalschluss mit der Commedi dell'arte dem Rotstift zum Opfer gefallen ist.

Die ausführenden Künster im einzelnen: Franz Fehringer, Magdalena Karrer, Meta Maria Kopp, Maria Madlen Madsen, Else Tegetthoff, Carl-Heinz Graumann, Karl-Eberhardt-Hardt, Herbert Hess, Werner Schmidt, Willy Hofmann. Es spielt das Sinfonieorchester des HR / Kurt Schröder. Label: 1. Cantus Line, 2. HAfG.

Auf der zweiten CD (HAfG) befinden sich als Bonus noch zwei Querschnitte:

Fatinitza. Diese Rundfunkproduktion der DDR aus dem Jahr 1958 fällt durch ein preußisch flottes Tempo auf, das aber ebenso einige Feinheiten der Partitur schleift. Hervorragend ist jedoch die Textverständlichkeit. Es fehlen aber in diesem "Querschnitt" einige Nummern, so auch sämtliche des 3. Aktes und damit auch die Glockenarie und das Ensemble mit dem Fatinitzamarsch.

Banditenstreiche. In diesem Querschnitt mit dem Rundfunkorchester Hamburg, Richard Müller-Lampertz, mit Melita Muszely und Heinz Hoppe, gibt es gegenüber der sog. Gesamtaufnahme von Walhall (wird zu einem späteren Zeitpunkt besprochen) einen zusätzlichen Musiktitel, der insofern interessant ist, weil er urpsprünglich aus Donna Juanita stammt, von der man sonst nie etwas hört ("Ach, ich stell es mir so schön vor").

 

Label: EMI. Bayerisches Symphonie-Orchester, Chor der Bayerischen Staatsoper München, Dirigent: Willi Boskovsky. Mitwirkende: Anneliese Rothenberger, Herman Prey, Willi Brokmeier, Kurt Böhme, Edda Moser, Adolf Dallapozza, Karl Lövaas, Friedrich Lenz, Gisela Litz, Wallter Bery, Bruno Pola, Günter Wewel.

Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1975 und ist die derzeit letzte (!!!) Gesamtaufnahme von Boccaccio. Leider muss man sagen: das Orchester ist noch das Beste an der ganzen Aufnahme. Unter der Leitung von Willi Boskovsky wird es in allen Belangen der Musik Suppés gerecht. Das spürt man schon an der Ouvertüre. Boskovsky intoniert sowohl mit Wucht, da wo sie gebraucht wird als auch mit höchster Präzision. Leider kann man ein gleich gutes Urteil über die Sängerinnen und Sängern, trotz großer Namen, nicht abgeben. Dazu muss man sagen, dass sowohl Anneliese Rothenberger als auch Hermann Prey eine geradezu "klassisch" zu nennende Fehlbesetzung darstellen. Zu dieser Zeit schon große Operenstars sind sie der geforderten Leichtigkeit und Spritzigkeit dieser Operette nicht mehr gewachsen. Auch kann man sich die damals schon fast 50-jährige Grande Dame Rothenberger als junges Mädchen Fiametta nur schwerlich vorstellen. Auch die übrigen Sänger liefern allenfalls durchschnittlich Leistungen ab. Adolf Dallapozza gar singt das Faßbinderlied ohne Ausdruck, man könnte fast meinen lustlos. Kurt Böhme, Edda Moser, Günter Wewel und Bruno Pola singen routiniert, aber besonders herausragen tut da keiner.

 

Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1957 und basiert auf der (behutsamen) Bearbeitung durch Rott/Schreyvogel/Kattnig/Paulik (siehe auch Bearbeitungen Boccaccio). Leider handelt es sich nur um einen, wenn auch umfangreichen, Querschnitt. Es fehlen: "Neueste Novellen", "Die Glocken läuten hell und rein", "Ein Stern zu sein", der zweite Teil des zweiten Finales und das eine oder andere Couplet des 2. Aktes, die aber auch in so mancher Gesamtaufnahme gestrichen werden. Die vorhanden Nummern werden aber, anders als bei Querschnitten üblich, komplett ausgespielt, einschl. des Finale I. Dafür sind die von den Bearbeitern zusätzlich eingefügten und anscheinend deshalb für wichtig erachteten Instrumentalstücke, ein Marsch, eine Ballettmusik, ein Walzer (alle aus irgendwelchen anderen Werken Suppés) enthalten. Umgekehrt wäre besser gewesen.

Die ausführenden Künster im einzelnen: Walter Berry, Kurt Equiluz, Waldemar Kmentt, Kurt Preger, Lazlo Szemere, Elisabeth Roon, Walter Anton, Dagmar Hermann, Maria Janetchek, Gerda Scheyrer, Chor und Orchester der Wiener Staatsoper, Dirgent: Anton Paulik. Label: Elite Special.

 

Label: Documents (Membran). Hamburger Rundfunkorchester, NWDR Chor, Dirigent: Wilhelm Schüchter. Rupert Glawitsch, Horst Günter, Gustav Neidlinger, Hedi Gura, Rita Streich, Hans-Herbert Fiedler, Lias Jungkind, Otto Albrecht, Margarete Dietrich-Wülfing, Kurt Marschner, Max-Ernst Lühr, Reinhold Lütjohann, Josef Olah, Karl Otto, Harald Vock, Hans Fitze.

Die Produktion basiert auf einer Rundfunkaufnahme des NDR vom Oktober 1949 (entsprechend schlechte Tonqualität) und diese ist eine typische Funkbearbeitung (von Hans Bodenstedt), die einiges hinzutut und anderes weglässt (z.B. das Glockenduett und einige Couplets des 2. Aktes). Zu Beginn wird die Ankuft des Prinzen Pietro geschildert, Boccaccios Marsch wurde umgedichtet in "Ich bin verliebt mein Kind" (Verweis auf "Du bist verrückt mein Kind", das allerdings auf den Fatinitza Marsch umgedichtet wurde).


Die schöne Galathée

Aufnahme aus dem Jahr 2000. cpo zeigt wie's auch gehen kann. Keine Dialoge, kein Sprecher, dafür aber für nur eine CD eine aufwendige Box mit ausführlichem Booklet, welches den gesamten Text der Operette enthält. Da kann man mal sehen, mit wie wenig Dialogen eine gute Operette auskommen kann, wenn ein großer Teil der Handlung in die Musiknummern verlegt wird, wie bei der Oper. Die CD bassiert auf der Orignalfassung von 1865. Die gesanglichen Leistungen sind eher provinziell; es sind ja auch keine Stars dabei. Das Orchester macht seine Sache gut, nur die Ouvertüre "schwächelt" beim furiosen Schluss ein wenig. Die ausführenden Künslter im einzelnen: Andrea Bogner, Hans-Jürg Rickenbacher, Juliane Heyn, Michael Kupfer. Es singt der Chor des Theaters der Stadt Koblenz, Leiter Bernhad Steiner, es spieltt das Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Dirigent Tomas Eitler. Label: cpo.

 

Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1974, hat aber einer hervorragende Tonqualität. Bestechend das Orchester, das sehr sauber und differenziert intoniert. Manchmal wird das Tempo zwar etwas forciert, aber Tempi sind ohnehin meist Geschmacksache bzw. hängt es auch von Hörgewohnheiten ab, ob sie als "richtig" empfunden werden. Die Sängerinnen und Sänger sind natürlich absolute Stars, allerdings singen alle außer Gruber etwas zu opernhaft, schwer. Die Produktion basiert auf der Originalfassung von 1865, auch die Hosenrolle des Ganymed wurde beibehalten. Es gibt allerdings keine Dialoge auf der CD. Ausführende Künstler: Anna Moffo, René Kollo, Rose Wagemanns, Ferry Gruber. Es spielt das Rundfunkorchester München, Dirigent Kurt Eichhorn. Label: Eurodisc/Sony Music.

 

Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2005, ist also die derzeit jüngste CD der Galathée. Die Produktion basiert, ebenso wie die zwei zuvor besprochenen, auf der Originalversion von 1865, einschl. der Hosenrolle des Ganymed. Die sängerischen Leistungen konnten bisher noch nicht beurteilt werden, lediglich einige wenige Hörproben liesen darauf schließen, dass eine ordentliche Leistung erbracht wird. Den selben Eindruck machen Chor und Orchester. Statt Dialoge gibt es einen Sprecher und zwar den aus unzähligen Dokumentarfilmen bekannten Christian Brückner. Ausführende Künstler: Jörg Dürmüller, Marianne Beate Kielland, Klaus Häger, Christian Brückner, Eleonore Marguerre, ChorWerkRuhr, Cappella Coloniensis, Dirgent: Bruno Weil. Label: Capriccio.

 

 

Label: Documents (Membran). Kölner Rundfunkorchester, Dirigent: Franz Marzalek. Renate Holm, Reinhold Bartel, Ferry Gruber, Kurt Großkurt. Die Produktion basiert auf einer WDR - Aufnahme vom Juli 1965 - Neufassung und Funkbearbeitung von Herbert Hennies, Regie Manfred Brückner. Die Handlung wurde nach Paris verlegt, aus Pygmalion wurde Pylargon, aus Ganymed Gérard, aus Midas Midou. Die Musiknummern und damit der Handlungsverlauf sind teilweise umgestellt, die Texte modernisiert.


Leichte Kavallerie und Das Pensionat

Beide Operetten gibt es nur auf dieser CD.

Leichtche Kavallerie basiert auf einer Rundfunkaufnahme des ORF aus dem Jahre 1958 und hat die dem Alter entsprechende Einschränkung in der Tonqualität. Die Runfunkfassung des ORF fügt der Handlung noch ein Vorspiel hinzu, welches die im Stück erzählte Vorgeschichte per Dialog und einem Duett "dramatisiert", wobei das Duett aus zwei im Stück vorkommenden Titeln zusammengepackt wurde. Das ganze Vorspiel ist eigentlich unnötig. Die ausführenden Künster im einzelnen: Emmerich Arleth, Marianne Lozal, Karl Terkal, Kurt Equiluz, Elisabeth Hölzl, Irmtraud Scharitzer, Franz Emmerich, Herbert Lenobel, Kurt Preger, Emil Mochar, Eva Maria Kapel, Laurence Dutoit, Teddy Kirschbichler. Es singt der Chor des ORF, es spieltt das Große Wiener Rundfunkorchester, Dirigent Max Schönherr. Label: HAfG.

Das Pensionat basiert auf einer Rundunkaufnahme des ORF vom Juni 1955. Diese Aufnahme kann bis jetzt nicht beurteilt werden. Die ausführenden Künster im einzelnen: Marianne Lozal, Elisabeth Roon, Lotte Ledl, Alice Groß-Jiresch, Margit Opawsky, Elisabeth Schwarzenberg, Else Ma­cho, Elisabeth Hölzl,Hubert Paule, Fritz Piletzky, Franz Emmerich. Es spielt das Großes Wiener Rundfunkorchester, Dirigent Max Schönher. - Als Alternative zu dieser Gesamtaufnahme bietet sich nur noch eine wesentlich jüngere Rundfunkaufnahme des WDR an, die aber noch nicht auf CD erhältlich ist. Siehe hierzu: Suppé im Rundfunk.


Zehn Mädchen und kein Mann

Die Aufnahme basiert auf einer Rundfunkaufnahme des ORF aus dem Jahre 1950 (eingeschränkte Tonqualität). In dieser Rundfunkfassung wurden einige Mädchennamen geändert. So singt statt im Original Britta ein brittisches Lied ein Mädchen namens Zarah ein Lied im Stil der Zarah Leander. Die ausführenden Künster im einzelnen: Erich Kunz, Fred Liewehr, Magda Steiner, Inge Konradi, Emmy Loose, Fritzy Margaritella, Waltraud Demmer, Marianne Handl, Julia Forst, Anny Kupfer, Grete Gombocz, Heli Aschenbrenner, Marianne Schmid. Es singt der Chor des ORF, es spieltt das Große Wiener Rundfunkorchester, Dirigent Max Schönherr. Diese Produktion gab es früher auf einer CD des ORF Shop gemeinsam mit einer Gesamtaufnahme von Eva (Lehár). Inzwischen ist diese Aufnahme nur noch beim Label HAfG zu finden. Siehe hierzu: Suppé im Rundfunk.
 


Banditenstreiche

Die Aufnahme basiert auf einer Rundfunkaufnahme des Bayerischen Rundfunk aus dem Jahre 1954 (eingeschränkte Tonqualität). Und bei dieser wiederum handelt es sich um die Rundfunkfassung der Neubearbeitung von Bender/Waldenmaier. Die Angabe "Gesamtaufnahme" ist aber nicht korrekt. Zum einen werden die einzelnen Musiktitel oft nicht in allen Strophen ausgespielt, zum anderen fehlt ein Musiktitel ganz, nämlich "Wo gibt's denn einen Mann", aus dem 1. Akt. Dieser Titel ist aber, zusammen mit 10 weiteren Titeln aus der gleichen Produktion, auf einer CD Bettelstudent des Labels Documents (Membran) als Bonus vorhanden.

Die ausführenden Künster im einzelnen: Kurt Böhme, Erika Köth, Hertha Töpper, Karl Hoppe, Paul Kuen, John Kuhn, Kurt Großkurth, Hans Hopf, Karl Ostertag, Georg Wieter, Harry Friedauer (in einer klitzekleinen Nebenrolle!!!), Walter Garnuth, Heinz Beck, Fred Kallmann. Münchner Rundfunkorchester, Chor des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke. Label: Cantus Line. (Die gleiche Produktion gibt es auch nochmals deckungslgleich von einem Import Label namens Walhall). Siehe auch: Suppé im Rundfunk.
 

Label: Documents (Membran): Der Bettelstudent - Gesamtaufnahme. Als Bonus auf dieser CD sind 11 Titel aus Banditenstreiche, die aus der gleichen Produktion stammen als die der CD von Cantus Line. Alle Titel werden im Gegensatz zu dort voll ausgespielt, auch ist die Tonqualität wesentlich besser.

 


Besonderheiten auf Sampler CD's

Natürlich können hier nicht die üblichen Sampler CD's, die (auch) Ouvertüren oder einzige Musiktitel von Suppé beinhalten, besprochen werden. Daher erfolgt eine Auswahl nur solcher CD's, die wirkliche Seltenheiten und Kostbarkeiten zu bieten haben

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Suppé: Ouvertüren Vol. 1-6

Um es vorweg zu sagen: diese Serie ist eine wahre Fundgrube. Sie bietet neben den weltbekannten Ouvertüren auch solche, die kaum oder noch gar nicht bekannt waren, vor allem auch aus Suppés Schaffensperiode vor der ersten Operette von 1841-1860.

Das Klangbild, welche die Slowakische Staatsphilharmonie unter Alfred Walter (Vol. 1-4) und Christian Pollak (Vol. 5-6) erzeugt, ist angenehm samtig und transparent, lässt aber hin und wieder den nötigen Nachdruck und da, wo es angesagt ist, auch die Wucht in Suppés Musik vermissen. Man scheint hier herauszuhören, das vor allem Alfred Walter mit über 20 CD's sich u. a. als Spezialist von Johann Strauß (Sohn) hervorgetan hat. Leider fehlt es gelegentlich an Präzision, gerade auch bei den bekanntesten und daher gut vergleichbaren Ouvertüren wie "Dichter und Bauer", "Leichte Kavallerie" und "Die schöne Galathée" und auch die Tempi sind hin und wieder etwas eigenwillig.

Offenbar ist mit Suppés Ouvertüren allein, selbst wenn man die unbekanntesten hinzunimmt, keine große Serie zu erzielen gewesen, daher hat man auch andere Instrumentalstücke hinzugenommen. Und bei der letzten CD der Serie (Vol. 6) handelt es sich, außer bei den beiden ersten, um keine Original Ouvertüren sondern um vom Dirigenten arrangierte Melodienfolgen. Manches ist auch sozusagen doppelt vorhanden. So sind beispielsweise die auf der CD als "Solemn Ouvertüre" bezeichnete "Festouvertüre" (Vol. 4) und "Carnaval" (Vol. 1) bis auf die Tempi identisch. "Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien" (Vol. 4) und "Der Krämer und sein Komiss" (Vol. 2) sind zwei Varianten des gleichen Themas. Von der "Afrikareise" gibt es neben einer Melodienfolge (Vol. 4) noch den "Titania Walzer" (Vol. 3) und den Marsch "Über Berg und Tal" (Vol. 4).

Leider sagen die zumeist nur in englischer Sprache vorhandenen Booklets über all dies so gut wie nichts aus und somit bleibt die Herkunft des einen oder anderen Stückes auch nach der Lektüre von H.D. Rosers Biographie noch im Dunkel.

Trotz all dieser Einwände bleibt es ein großer Verdienst Alfred Walters (und Christian Pollacks), längst Verschollenes, sowohl aus Suppés Anfängen wie auch aus seinen letzten Jahren, wieder zum Klingen gebracht zu haben und daher sind diese sechs CDs ein Muss für jeden Sammler. Label: Marco Polo.


Suppé: Ouvertüren

Die Produktion dieser CD erforderte Mut bzw. eine niedere Erwartungshaltung bzgl. des Umsatzes, denn diese CD enthält keine der berühmten Ouvertüren Suppés, sondern ausschließlich Raritäten, und zwar sowohl aus seiner Vor-Operettenzeit als auch der Zeit seiner frühen und späten, heute völlig unbekannten Operetten. Im einzelnen: Die Irrfahrt ums Glück, Donna Juanita, Fatinitza, Das Modell, Der Gascogner, Wiener Jubel Ouvertüre, Die Frau Meisterin. Das Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Gustav Kuhn spielt mit Nachdruck und Präzession und schneidet dort, wo man bei den Seltenheiten direkte Vergleiche ziehen kann, besser ab. Label: Eurodisc.

(Noch eine persönliche Bemerkung: Diese CD war der "Urknall" zu diesen Seiten.)

 


René Kollo - Ein Portrait - 4CD Set

Label: Membran Intertational. Auf dieser CD mit insgesamt 59 Titeln vorwiegend aus Operetten (es sind aber auch 14 Titel aus Opern dabei) singt René Kollo (auf CD 3, Titel 15) die Romanze innerhalb der Ouvertüre zu Banditenstreiche, also in der Urfassung der Uraufführung von 1867. Wer immer René Kollo dazu gebracht hat, dieses zwar schöne aber sängerisch nicht gerade anspruchvolle Lied und dann auch noch, gemessen am Orchesteranteil, als Beiwerk zu singen, hat einen Orden verdient.


Ingeborg Hallstein - Höhepunkte 1961-1972

Gelegentlich finden sich bei der Stichwortsuche "Suppé" neben hunderten bekannten Ouvertüren und den immer wieder gleichen Hab ich nur deine Liebe und Mia belle Fiorentina auch mal echte Überraschungen, so auch auf dieser CD, nämlich die zwei schönsten Arien aus Fatinitza: Schlittenfahrtarie und Glockenarie.

Begleitet wird Ingeborg Hallstein vom Symphonie Orchester des (damaligen) Südwestfunks unter Emmerich Smola, einem in seiner Zeit brillantesten Dirigenten für hochwertige Unterhaltungsmusik. Label: Mons.

 


Die Welt ist ein Komödienhaus

Auf dieser CD singen Elfriede Ott und Julius Patzak Lieder aus der Wiener Volkskomödie. Eines davon, gesungen von Elfriede Ott, stammt aus dem sog. Zeitemälde Unterhänig und unabhängig mit dem Titel Nein, nein, nein, Musik Franz von Suppé.

Label: Preiser Records.

 

 

 


Oskar Czerwenka: Unvorbereitet...

Die CD enthält 21 Kunstlieder, gesungen von dem Bassisten Oskar Czerwenka mit Pianobekleitung durch Frieder Meschwitz. Unter den Liedern der größten Komponisten wie Schubert, Brahms, Weber, Wolf, Pfitzner, Loewe, Reger, Beethoven, finden sich auch zwei Lieder von Franz von Suppé, und zwar

Die Temperamente der Liebe
Tantum Ergo

und ganz nebenbei ein Lied des bedeutendsten Librettisten der klassischen Wiener Operette und Komponisten Richard Genée, dessen Lied der CD auch den Titel gab. Label: Preiser Records.

 


Vergessene Lieder der Romantik (Teil 1)

Die CD enthält 14 Lieder, gesungen von der Altistin Cornelia Wulkopf, mit Bekleitung durch Manfred Neukirchner (Horn) und Klaus Schilde (Piano). Neben Liedern von Schubert, Spohr, Kreutzer, Berlioz, u.a. findet sich auch ein Lied von Franz von Suppé, das er bereits 1839, noch während seiner Ausbildungszeit, geschrieben hat, mit dem Titel: Gefangen.

Label: Ars

 

 

 


Geistliche Musik

Requiem

 

Von keinem Werk Suppés gibt es eine so vielfältige Auswahl an CDs wie von seinem Requiem. Die meisten der bei den einschlägigen Anbietern gefundenen Aufnahmen stammen aus diesem Jahrzehnt, andere reichen zurück bis zum Erscheinungsjahr 1995. Insgesamt scheint es sich bei diesem exzellenten Werk um die Entdeckung des letzten bis vorletzen Jahrzehnts zu handeln. Eine Besprechung der einzelnen Aufnahmen oder gar ein Vergleich ist im Rahmen dieser Webseite allerdings nicht möglich.

Es wurden Aufnahmen nachfolgender Labels gefunden: BNL Codaex, Naxos, Novalis, Profil, Schwann, Virgin, Warner.

 

 

 

 

 


Missa Dalmatica

 

 

 

 

 

 

Offenbar nach dem großen Erfolg des wiederentdeckten Requiems hat man sich auch an Suppés dalmatinische Messe erinnert. Die gefundenen CDs der Labels SoloVoce und Carus sammen aus den Jahren 2009 und 2011.

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