Presse und Zitate

Leichte Kavallerie

Diese Operette war ein Kind ihrer Zeit, einer Zeit, in der Österreich-Ungarn sich einmal mehr im Krieg befand, im Krieg mit Preußen. Entsprechend hoch war die Nachfrage nach heroischen Musikwerken. Die Operette handelt vom Heldenleben und vom Herz-schmerz der ungarischen Husaren:

Der Husar im Kriegerglanz
hoch zu Roß zieht er durchs weite Tal,
auf der Fahn' den Lorbeerkranz
stets bereit, ruft ihn das Kriegssignal.
Wenn die Waffe drohend blinket
und uns zum Kampf das Banner winket.
Rasch voran,
Husaren stehen Mann für Mann.
...
Ungarnmadel kernig frisch
sorget kosend für den Tisch:
Gulasch, Pörkelt, Halluska,
Schnaps und Speck und Paprika.

(aus dem Libretto von Karl Costa)

Die kriegsbeendende Niederlage der Österreicher im selben Jahr bei Königgrätz bewirkte dann auch das Verschwinden dieses hurrapatriotischen Werkes aus den Theatern. Überlebt hat nur die Ouvertüre. Sie gehört auch heute noch zu den beim Publikum (inklusive Pazifisten) beliebtesten Stücken des Komponisten. Kaum eine andere Musik läßt wohl in den Köpfen der Zuhörer eine stärkere Assoziation für das Dahinjagen von Pferden über weite Ebenen, für das Reiten an sich entstehen.

J. B.

Quelle: http://www.concentus-alius.de/


Fatinitza

Wer den Namen Franz von Suppé (1819 bis 1895) hört, denkt in erster Linie an Ouvertüren wie "Dichter und Bauer", "Leichte Kavallerie", "Pique Dame", "Boccaccio" oder "Banditenstreiche". Dass dahinter harmonisch und meisterhaft komponierte Operetten - Suppé bezeichnete sie meist als Komische Opern - auch voller eingängiger Melodien stehen, ist meist nicht bekannt. In modernen Operettenführern taucht "Fatinitza" oft gar nicht mehr auf. Das obwohl viele Experten sie neben "Boccaccio" für das Meisterwerk halten. Bei den Festspielen in Ischl 2006 feierte "Fatinitza" Triumpfe bei Kritik und Publikum. Viele waren verwundert, dass ein derartiges Werk fast im Orkus des Vergessens verschwunden gewesen ist.

Theo Weber

Quelle: Badische Zeitung vom 19.12.2009

Wer weiß noch, dass die 1876 im Wiener Carltheater uraufgeführte Operette zu Suppés Lebzeiten sein größter Erfolg war? Wer kennt noch die im Russisch-türkischen Krieg von 1854/55 angesiedelte Geschichte vom feschen Leutnant Wladimir, der, als Tscherkessin Fatinitza verkleidet, von einem liebestollen General verfolgt wird, selbst aber dessen Nichte liebt? Die erotischen Verwicklungen spitzen sich zu, als die echte Lydia und die falsche Fatinitza in den Harem des türkischen Kommandanten verschleppt werden. Und nur durch die List des deutschen Kriegsberichterstatters v. Goltz löst sich zuletzt der Knoten.

Oder wer hätte geahnt, welche Fülle genialer Musik dem Cavaliere Francesco Ermenegildo Suppé dazu eingefallen ist? Da bezaubert vor allem eine Perlenkette der reizvollsten, sorgfältigsten ausgearbeiteten Vokalensembles, deren sich ein Rossini, ein Donizetti, zuweilen vielleicht sogar ein Mozart nicht zu schämen bräuchten. So gesehen hatte Suppé mit der stolzen Bezeichnung "Komische Oper" nicht ganz Unrecht. Daneben stehen aber auch ein echtes Wiener Couplet und (leider nur) ein Walzer. Gestützt wird das alles von einem duftigen, spritzigen Orchesterpart, der diesmal allerdings, auf die Hinterbühne verbannt, prompt ein wenig ins Hintertreffen gerät. Aber die hohe Qualität der Musik entschädigt vollauf für das Fehlen echter, nachsingbarer "Schlager" mit Ausnahme des flotten Fatinitza-Marsches, der es im letzten Neujahrskonzert sogar zu philharmonischen Ehren brachte.

Gerhard Kramer, 24.07.2006

Quelle: Die Presse.com

[...] Noch einmal frech. Als zweites Werk hat Lakner (der Intendant der Bad Ischeler Festspiele, Anm. der Redaktion) diesmal ein Stück aus der legendären Zeit der Goldenen Wiener Operette gewählt, das seinerzeit Furore machte, heutzutage aber nur dem Namen nach als eines der wichtigsten Versatzstücke jener Blütezeit der Leichten Muse bekannt ist: "Fatinitza" von Franz von Suppé, eine Komödie vor dem Hintergrund des Krimkrieges. Noch ist da die freche Attitüde der frühen Operette zu spüren, die sich über alles und jeden kabarettistisch-aufmüpfig lustig macht. Den Geist hat man ihr in Wien später gründlich ausgetrieben, schon "Wiener Blut" kennt keine Zeitkritik mehr. Und mit Lehár lassen wir die Welt der Politik ganz hinter uns und verlieren uns bis heute höchst freiwillig in den (Un)tiefen unseres eigenen Seelenlebens. [...]

Wilhelm Sinkovicz, 4.07.2006

Quelle: Die Presse.com


Karl Elmar

Swiedack, Karl, unter dem Pseudonym Karl Elmar bekannter österreich. Volksdramatiker, geb. 23. Mai 1815 zu Wien, war erst Kaufmann, dann eine Zeitlang Artillerist und versuchte sich endlich als Schauspieler wie auch als Theaterdichter. Sein erstes Stück: »Die Wette um ein Herz« (1841), hatte einen ungewöhnlichen Erfolg. Es folgten dann: »Der Goldteufel«, in welchem namentlich der Schauspieler Kunst glänzte, »Dichter und Bauer« und »Unter der Erde«, welch letzteres Stück sich auf dem Repertoire erhalten hat. In allen bewährte S. ein glückliches Nachstreben auf der Bahn Raimunds, ebenso nach 1848 in den Dramen: »Des Teufels Brautfahrt« und »Paperl« sowie in den realistisch angelegten Volksstücken: »Unterthänig und unabhängig« und »Liebe zum Volk«. Dem Meister Ferdinand Raimund brachte S. seine besondere Huldigung dar in dem gleichnamigen Charakterbild, das sehr gefiel; auch »Das Mädchen von der Spule« und andre Volksstücke bewährten noch seine dichterische Kraft. Als dann das französische Gesangs- und Ausstattungsstück zur Herrschaft kam, zog sich S. von der Bühne zurück und wandte sich der humoristisch-satirischen Journalistik zu. Er starb 2. Aug. 1888 in Wien.

Quelle: Meyers Konversationslexikon. 1888/89.


Lieder

Aus Neue Wiener Musik Zeitung vom 05.01.1854


Die schöne Galathée

Aus Leitmeritzer Zeitung vom 16.11.1872


"Mal seh'n was wir noch finden."

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